Samstag, 14. April 2012

Applaus! Applaus! Applaus!

Ich bin ein Theatergänger und Opernjunkie - so richtig!
(Also "so richtig" wär ich's zumindest, wenn ich wieder mehr Zeit hätte....)
                                                        
Als ich kürzlich in Pécs war, bin ich auch in die Oper gegangen.
                      (die Karten waren ein Reise-Geschenk vom weltbesten Herrn A.)


Habt Ihr mal darauf geachtet,
wie die Leute nach einer Aufführung
applaudieren ?



Es gibt den Eruptiv-Applaus:
Kaum ist die letzte Note verklungen,
bricht der ganze Saal in lautestes Klatschen aus - emotional, chaotisch,
...und oft ziemlich schnell vorbei.


Auch oft hört man den Steigerungs-Applaus:
Da fängt es langsam, tröpfelnd, leise an und wird immer mehr, immer mehr,
bis das ganze Publikum in Rage ist
und gar nicht mehr aufhören will.

Dann gibt's noch den Höflichkeits-Applaus.
Kurz und fast entschuldigend, man klatscht sich halt wieder wach, sozusagen,
bevor man das Auto aus der Tiefgarage holt.
Vielleicht ein paar mutige Buh-Rufer oder Pfeifer dazwischen, meist aber eher gelangweilt
- ein Alptraum auf jeden Fall für die Leute auf/hinter/über/unter der Bühne.



Aber hier, also hier war das ganz anders:
Das ganze Publikum (und die Vorstellung war, würde ich sagen, ausverkauft) hat sich ziemlich schnell auf einen gemeinsam Rhythmus eingeklatscht.
Richtig lang im Gleichtakt wurde der Applaus immer schneller,
ohne aber ins applaudierte Chaos zu zerfasern.
Und wenn das Tempo richtig schnell war - fing alles von vorne an.
Das ging lang, mehrere Vorhänge!
Ich war begeistert und habe beseelt mitgeklatscht:
So einen Gleichklang-Klatsch-Rhythmus bekommen vielleicht die Engländer im Fußballstadion hin, aber in einer Oper hab' ich das noch nie gehört.
Toll - die Ungarn haben halt Rhythmus im Blut - auch beim Opern-Applaus...


Also, in diesem Sinne:
Vorhang auf 
und liebe Grüße,
Stefanie

Kommentare:

  1. eine schöne Geschichte, die einem den Konzert/Opern- bzw. Musikbesuch ganz anders nahe bringt.

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  2. Schmunzel... in der Tat applaudiert es überall anders, die Ungarn habe ich selber noch nicht erlebt, kann sie mir dank Deiner schönen Beschreibung aber sehr lebendig vorstellen. Lieben Gruß aus dem Orchestergraben, Marja

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    1. Ach, was für ein schöner (sicher auch anstrengender, fordernder, räumlich enger) Arbeitsplatz! Welches Instrument ist es denn?

      Liebe Grüße,
      Stefanie
      (die immer nur von der Seiten- oder Unterbühne in den Graben runtergucken durfte...)

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Ich freue mich, von Euch zu lesen!